Zwar etwas außer der Reihe, aber ich muss diese Kritik schreiben solang der Eindruck noch frisch ist, auch wenn er so schnell sowieso nicht verblassen wird.
Die Handlung des Films erzählt ziemlich präzise eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1965 nach. Weil die Eltern als fahrende Leute ihre beiden Töchter nicht mitnehmen können, bringen sie sie über den Sommer für 20 Dollar die Woche bei Gertrude Baniszewski unter, selbst Mutter von 6 Kindern und eigentlich von der Situation jetzt schon finanziell und gesundheitlich überfordert. Diese beginnt mit der Zeit, die ältere Gasttochter Sylvia zu drangsalieren und für vermeintliche Verfehlungen zu bestrafen. Das Ganze eskaliert, als Gertrudes eigene Tochter ungewollt schwanger wird, und die ganze Familie Sylvia zur Zielscheibe ihrer Strafaktionen macht. Währenddessen verzögert sich die Rückkehr der Eltern immer weiter…
Puh, ein Film an dessen Ende nicht begeistert geklatscht wurde, sondern betretenes Schweigen herrschte. Das Wissen, dass die im Film nachgedrehten Gerichtsszenen des zugehörigen Prozesses auf den echten Aussagen und Protokollen aus dem Jahr 1966 beruhen, schnürt einem schon im Lauf des Films die Kehle zu. Ehrlich gesagt hat mich der Film etwas ratlos zurückgelassen. Trotz der verstörenden Thematik zweifellos ein sehr guter Film, von der Besetzung über die Inszenierung bis zur Erzählweise. Aber ich könnte bis jetzt nicht sagen, wer die Zielgruppe für den Film ist, bzw. zu welcher Gelegenheit ich ihn empfehlen würde. Für den gemütlichen DVD-Abend? Sicherlich nicht. Als Lehrstück über die Geschichte ala “Schindlers Liste”? Auch irgendwie nicht. Ich weiß es einfach nicht. Er tut weh und bedrückt.
Meine Wertung: 4,5 von 5
http://www.imdb.com/title/tt0802948/
Die Geschichte hinter dem Film: http://en.wikipedia.org/wiki/Gertrude_Baniszewski
(ACHTUNG: nimmt das Filmende vorweg!)
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